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Frage: Ich sehe Gemeinsamkeiten zwischen Advaita und Psychotherapie und das möchte ich gerne in den Vordergrund unseres Gesprächs stellen. Prajnaparamita: Ich weiß nichts über Psychotherapie und ich weiß auch nichts über Advaita, also dies kann eine amüsante Konversation werden...! Frage: Viele Menschen nutzen Psychotherapie, um an sich selbst zu arbeiten. Es scheint so, als ob diese Zielgruppe tiefer in Advaita eintaucht. Passt das zusammen? Prajnaparamita: Naturgemäß passt alles zusammen, da ist eine Totalität, nirgendwo kann eine Trennung gemacht werden. Gehören dieser Baum und diese Wolke zusammen? Ja, natürlich, das ist Manifestation, alles gehört zusammen, das Eine. Alle Trennungen, die man macht, sind vom Verstand gemacht und in der Essenz Missverständnisse, das Eine kann nicht geteilt werden. Welche Gegenstände würdest du aus der Existenz herausziehen und wo willst du sie hin tun? Ah, aber weißt du, es gibt eine unendliche Anzahl von Sichtweisen und welche ist wahr? Jede ist richtig, aus ihrer Perspektive gesehen. Aber lass uns die Perspektive wechseln. Die meisten Menschen arbeiten an sich selbst, um glücklicher zu werden, Traumata aufzulösen oder Traurigkeit zu heilen. Psychotherapiegruppen haben eine wichtige Funktion: das Realisieren, dass jeder in der Gruppe mit den selben Schwierigkeiten konfrontiert ist, die du mit den anderen teilen kannst und dass du deine Traurigkeit auflösen kannst, die Katharsis, das Gefühl, dass du nicht allein bist... Teile der Spannung und des Schmerzes fallen von dir ab, vielleicht sogar große Teile. Der Fokus ist darauf sich besser zu fühlen, darauf sich freier zu fühlen. Und das alles ist sehr gut.
 Nun kommen wir zu einem entscheidenden Unterschied: Meine erste und große Liebe ist Advaita, ein wunderschöner Weg... Damit hört das Interesse für die Gedanken und die Gefühle auf. Hier kommen wir zu einer komplett anderen Dimension. 'Wie geht es dir?' Ach, wen kümmert es? Hier endet die Faszination für wie ich mich fühle, deine Faszination für deine eingebildete Identifikation, für deine Kenntnisse, deinen Status, deine Besitztümer, deine Erfahrungen... Finde das, was frei von all diesem ist... Wer ist bereit für ein vollständiges Verlieren der Identität? Wer wagt so offen und verletzlich zu sein und zu gestehen ein Niemand zu sein? Frage: In meiner Einführung zu diesem Artikel zitiere ich Jean Klein über den Konflikt von Advaita und Psychotherapie. Um es kurz zu machen, das Zitat sagt aus, dass das Ziel der Psychotherapie ist, das getrennte Ego wieder in Balance zu bringen. Prajnaparamita: In der Psychotherapie wird immer angenommen, dass du jemand bist, z.B. eine traurige Person, die wieder in die Mitte kommen und sich wieder glücklich fühlen möchte. Wenn du bereit bist, dich der non-dualen Spiritualität zu öffnen und einen tieferen Blick zu riskieren, wirst du sehen, dass es so ein Ding wie das Ego oder ein getrenntes Ego nicht gibt. Das Ego selbst ist die Täuschung der Trennung. Frage: Einmal fragte ich Jean Klein, ob ich meine psychologische Vergangenheit aufräumen muss, bevor ich beginne Advaita zu erforschen. Seine Antwort war: 'Wenn du aus einer non-dualistischen Perspektive schaust, dann werden sich alle psychologischen Probleme am Ende selbst auflösen'. Prajnaparamita: Ja, ich stimme voll und ganz zu. Frage: Dennoch passierte das nur teilweise während der Zeit. Prajnaparamita: Jean Klein hat das Wort ' am Ende' benutzt.... In einem bestimmten Moment bist du bereit aufzuhören, deinen Schmerz zu erforschen, bist du bereit, deine Faszination für deine Traurigkeit und dein Unwohlsein niederzulegen. Du vertraust dich einer größeren Perspektive an. Es scheint so, als ob du einen Schritt zurück machst, vom Erfahren zum reinen Beobachten aller Erfahrungen schreitest, von der Identifikation mit der ganzen Bewegung zum stillen Beobachten aller Bewegung. Langsam werden sich deine Sorgen auflösen. Es ist ein Prozess der Reinigung. Es braucht Zeit, Vertrauen, Ehrlichkeit, unbegrenzte Geduld, totale Hingabe und kein Schwanken. Wenn die alten Schmerzen an die Oberfläche kommen, sei bereit zu sehen, dass alles kommt und geht und das nichts wirklich irgendeine Substanz hat. Für einige Menschen ist das der Moment zu sagen: Es geht nicht so gut, ich muss jetzt in Therapie gehen... Und ja, die Menschen, die unbedingt Anerkennung für ihre Gefühle und Erfahrungen möchten, denen ist vielleicht mit Beratungsgesprächen zuerst besser gedient. Frage: Viele Psychotherapeuten sind auch mit Spiritualität in Berührung gekommen. Können die zwei zusammen existieren? Prajnaparamita: Ja, das ist für eine Weile möglich, aber besser noch: Bring die Weisheit der Spiritualität in die Psychotherapie und versuch nicht Psychotherapie in Spiritualität zu quetschen... Schließlich ist jede Form von Psychotherapie überflüssig und Spiritualität löst sich auf in ein Leben, das sehr einfach ist, außergewöhnlich einfach. Frage: Du hast einmal gesagt: 'Solange du denkst, dass du noch Therapie brauchst, bedeutet dass, das du den Ozean von Samsara noch nicht überquert hast'.
Prajnaparamita: Absolut, nach der Selbstrealisation hat die Psychotherapie keinen Nutzen mehr. Die eingebildete Persönlichkeit wurde als vollständig transparent gesehen und man hat jegliches Interesse an diesem Phantom verloren. Frage: Nehmen wir an, jemand hat einen Guru getroffen, aber die alte Traurigkeit existiert weiterhin. Prajnaparamita: Ja, es mag sogar zehnmal stärker werden. Frage: Was passiert dann? Prajnaparamita: Im Satsang und in der Beziehung zu einem spirituellen Meister wird Licht in dein Herz geschüttet. Alles, was noch verborgen und unterdrückt ist, wird ans Licht gebracht. Mit steigendem Vertrauen und in der Offenheit, die in dir aufsteigt und in dem Licht, das in dein Sein kommt, traut sich die alte Traurigkeit ihr Gesicht zu zeigen. Wenn du nicht ausreichend vorbereitet bist oder keinen guten Kontakt mit deinem spirituellen Meister hast, denkst du vielleicht: Nun geht es wirklich mit mir bergab! Zuerst ging es so gut, aber jetzt sind die Dinge schlechter, was für ein Rückfall. Ich brauche wirklich Therapie...! Nein, eigentlich geht es sehr gut, weil alles, was immer ignoriert oder unterdrückt war, für dich sichtbar wird. Mehr und mehr wirst du den Mut finden, einfach mit dem zu sein, was ist. Das Schöne an dieser Zeit ist, dass so viele Therapeuten tiefe spirituelle Einsichten bekommen. Sie haben eine viel größere Kapazität für ihre Klienten. Und heutzutage brauchen viele ihrer Klienten das wirklich. Frage: Mit den Mitteln der Psychotherapie erforschtst du dich selbst und deine Beziehung zur Welt. Dann landest du in Bereichen, die anders als dein rationaler Verstand sind. Der Weg öffnet sich Selbst der Essenz entgegen. Prajnaparamita: Was mich betrifft, ist es sehr einfach: Hast du eine zwanghafte Faszination für dein Drama? Dann geh in Therapie. Aber so lange du an einer Person arbeitest, an einem Jemand arbeitest, dann bist du noch dabei eine dreidimensionale Illusion zu rekonstruieren. Spiritualität ist eigentlich für gesunde, stabile Personen. Du musst reif sein und stabil auf deinen Füßen stehen, um in der Lage zu sein, dich vollständig hinzugeben der... was sollen wir sagen: Freiheit, Vertrauen, Liebe für alles, was ist. Frage: Was ist der Unterschied zwischen dem, was du tust und dem, was ein Therapeut tut? Prajnaparamita: Ich weiß nicht, was ich tue, eigentlich tue ich überhaupt nichts, die Worte kommen unmittelbar ohne eine Einmischung von Ideen. Ich bin nie bei einem Psychotherapeuten gewesen, aber ich habe verstanden, dass Therapeuten sehr hilfreich sein können, dich besser und sicherer zu fühlen und dir helfen alte Schmerzen und Traumata loszulassen. In der Spiritualität geht es um eine vollständige Öffnung, darum dich zur selben Zeit total dem Nichts und total dem Alles anzuvertrauen. Darin verschwindet jede Idee von 'Da-sein'. Die Bereitschaft zu sterben, jeden Moment, die Bereitschaft total zu leben, jeden Moment. Lebe das Leben in seiner ganzen Fülle. Lebe freudig, verlieb dich, verdiene dein Geld, versage dir nichts. Aber schau genau hindurch, sieh, dass kein einziges Fleckchen Realität darin ist. Du wirst von nichts unten gehalten, du musst nichts loslassen, du bist an nichts gebunden. Verleugne nichts, schließ nichts aus, schließe alles ein... In der Mitte des Lebens sein und frei davon zur selben Zeit. In unserem Zusammensein geht es um Selbstrealisation Frage: Stimmst du dich auf der psychologische Ebene bei individuellen Gesprächen ein? Prajnaparamita: Menschen kommen zum Satsang mit verschiedenen einzigartigen Problemen oder Komplikationen. Über einige Angelegenheiten ist es nicht passend im Satsang zu sprechen. Also machen wir manchmal einen individuellen Termin und nehmen uns die Zeit, um einige durcheinander geratene Garnknäuel zu entwirren. Die Knoten zu entwirren bedeutet, dass sie sehen, dass eigentlich nichts wirklich da ist, sie kommen, um zu sehen, dass alle Knoten vom Verstand gemacht sind. In unserem Zusammensein geht es um Selbstrealisation, nichts anderes als das. Und alles, was dafür gebraucht wird, wird dafür gebraucht. Jeder auf seinem total einzigartigen Weg, Schritt für Schritt nach Hause gehend. Das Zuhause, dass niemand jemals verlassen hat. Frage: Manchmal sagen Therapeuten, dass Menschen, die in Spiritualität involviert sind, die Tendenz haben ihre emotionalen Probleme unter den Teppich zu kehren. Prajnaparamita: Ja, das ist wahr, deswegen brauchst du einen spirituellen Lehrer, der dich am Kragen packen kann, wenn es nötig ist. In dem halbgaren Verstehen des Prinzips vom Beobachten, können Menschen sich entfernen, die Teilnahme am Leben vermeiden, ihre Schmerzen lindern. Manchmal wird es auch wieder zu einem Konzept gemacht, was als Fingerzeig oder eine Ermutigung für den Schüler gedacht ist. Neue Ideen werden zu 'spirituellen' Ideen gemacht, in dem immerwährenden Versuch das Leben zu definieren und zu kontrollieren. Es gibt wirklich keine emotionalen Probleme, jedes Problem ist vom Verstand gemacht und ein Widerstand direkt zu erfahren, was ist. Das Leben selbst zeigt sich. Wenn du versuchst deine Kontrolle hinter spirituellen Konzepten zu bewahren oder dich verweigerst, vollkommen präsent zu sein, wird das sicherlich ans Licht kommen. Alles will gesehen sein, und alles, was du versuchst zu vermeiden, wird eines Tages an deine Tür klopfen. Dies sind immer die großen Themen: Was versuchst du zu vermeiden, wovor fürchtest du dich? Lebe total und verleugne nichts. Frage: Aber alles will gesehen sein..'das ist eine Einladung die Persönlichkeit zu erforschen, warum bin ich eigentlich traurig, warum ärgert mich mein Partner'? Prajnaparamita: Nein, alle 'Warums' haben ein Ende! In radikaler Spiritualität gibt es absolut kein Interesse an irgendeinem Warum. Es hängt alles davon ab, wo du auf deinem Weg des Entfaltens bist, ob du einfach erlauben kannst und diese Traurigkeit erfährst oder sie lediglich vorbeiziehen lässt. Warum Traurigkeit existiert, das ist wieder der Bereich der Faszination mit der eingebildeten Person. Jeder geht seinen eigenen, einzigartigen Weg Frage: In der Psychotherapie kann man lernen, dass eine Emotion wie Ärger eine Projektion ist, eine Reaktion, weil du vielleicht zu wenig Aufmerksamkeit in deiner Familie bekommen hast. Wenn du das siehst, kannst du es loslassen.
Prajnaparamita: Wie ich es sehe, gibt es drei Möglichkeiten: 1. geh total in deine Emotionen oder 2. lass sie vorüberziehen oder 3. finde das 'Warum weil' heraus, um es loszulassen. Das Warum-weil-und-es-dann-loslassen gehört nicht zu meinem Geschäft, auch nicht, wenn ich Menschen alleine treffe. Ich bin kein Psychotherapeut, dennoch kann es manchmal hilfreich sein, gemeinsam auf bestimmte Komplikationen zu schauen.
 Jeder geht seinen eigenen, einzigartigen Weg. Nach Hause kommen: lernen, tief der Existenz zu lauschen, lernen sich zu unterwerfen, lernen sich einzubringen. Alle haben Ideen darüber, was sie für ihre innere Reise brauchen, aber das ist nicht unbedingt, was du bekommst oder was du wirklich brauchst. Frage: Wie kannst du das wissen?
Prajnaparamita: Die Verbindung mit deinem spirituellen Lehrer ist von höchster Bedeutung. Der Lehrer ist für dich da, der Lehrer dient dir, liebt dich bedingungslos. Da ist eine immense Kraft, eine sehr mysteriöse, die in dieser Beziehung wirkt. Ich habe das Gefühl, dass dies heutzutage nicht so sehr realisiert wird. Verleugnest du dir nicht selbst ein seltenes Geschenk und Segen?
Du wirst so tief genährt werden und inspiriert. Du wirst wieder
Authentizität
Frage: Ist es wegen der tiefen Entspannung, dass jemand total er selbst wird nach Selbstrealisation? Prajnaparamita: Ja, tiefe Entspannung und dann rückt Authentizität in den Vordergrund. Wir sehnen uns alle sehr nach Authentizität. Schau nur, wer unsere Helden sind, z.B. Nelson Mandela, Madonna, Mick Jagger... oder in einem viel größeren Ausmaß Jesus, Buddha, der Dalai Lama. Alles Menschen, die so sehr sie selbst sind. Ihre Authentizität. erinnert uns an etwas, das tief in uns lebt und nach dem wir uns sehnen: Einfach entspannen in das Ich-selbst-sein, entspannen in einfach total natürlich zu sein... Während deiner Sadhana hörst du auf, dein Leben hinter dir her zu schleppen und es in das zu pressen, was du möchtest. Wir müssen nur natürlich sein, entspannen und uns dem hingeben, was ist. Frage: Wie kommt die persönliche Authentizität ans Licht? Prajnaparamita: Das hat etwas mit Vertrauen in sich selbst zu tun. Deine spirituelle Entfaltung fügt eine große Dimension dazu. Dein Selbstvertrauen transformiert sich in das Vertrauen in dich selbst und wird zu einer tieferen Hingabe, dir selbst aus dem Weg zu gehen und Platz für Gott schaffen. Du findest immer mehr Raum in deinem Herzen. Du brauchst nichts mehr zurückweisen oder erlangen und dein Sein wird ein Ausdruck deiner Natürlichkeit. Dann ist Authentizität nicht länger persönlich. Frage: Hast du noch eine Persönlichkeit? Prajnaparamita: Was ist das? Frage: Hast du Vorlieben? Prajnaparamita: Ja, sicher! Frage: Kannst du das eine Persönlichkeit nennen? Prajnaparamita: Persönlichkeit bedeutet Maske, aber für mich bedeutet das Wort, dass es die Täuschung einer getrennten Identität gibt. Eine Vorliebe taucht auf, es taucht auf, dass ich einen Spaziergang machen möchte, dass ich gerne einen Kaffee hätte, der Gedanke, dass ich jemanden anrufen muss. Ist dafür eine Persönlichkeit nötig? Nicht im geringsten... Frage: Jean Klein, Nisargadatta und John Levy waren drei total unterschiedliche Arten von Menschen, ich würde fast sagen, sie waren drei total verschiedene Persönlichkeiten. Ich bin überzeugt, dass sie nicht mit ihrer Persönlichkeit identifiziert waren. Aber sie hatten bestimmt sehr unterschiedliche Vorlieben. Prajnaparamita: Ja, das ist, was du sagst, dass sie Persönlichkeiten sind, aber das ist nicht, wie sie es sehen. Es hängt alles von deiner Sichtweise ab. Gibt es Vorlieben? Okay. Gibt es keine Vorlieben? Okay. Glaubst du immer noch, dass du identifiziert bist? Bist du flexibel genug die Perspektive zu wechseln, siehst du die Transparenz von allem, siehst du, dass keine Perspektive irgendeine Realität hat? Ananda Mayi Ma** z.B. war so absorbiert, sie verschmolz mit allem, sie sah keinen Unterschied zwischen Feuer und Wasser , aber ich tue es! Ich weiß, dass die Essenz von Wasser und Feuer dieselbe ist, aber ich sehe die Unterschiede zwischen beiden auch sehr klar. So etwas wie das endgültige Ziel gibt es nicht
Frage: Fügt diese Einsicht etwas zu der Idee von Essenz dazu? Prajnaparamita: Idee von Essenz... lass uns vorsichtig sein und nicht wieder das ungeborene Prinzip, dass du Essenz nennst, zum Objekt machen. Essenz ist kein Objekt. Essenz hat keinen Namen und keine Form. Nichts kann ihr hinzugefügt werden und nichts kann ihr genommen werden. Du realisierst, wer du bist, du weißt, wer du bist, du weißt es kognitiv. Da ist ein nicht endendes Verstehen, immer feiner und subtiler. Aber eigentlich gibt es so etwas wie das endgültige Ziel nicht. Lasst uns nie das berühmte Mantra im Herz Sutra vergessen:
Gate Gate Gate Paragate Parasamgate Bodhi Svaha
(Geh, geh jenseits, geh jenseits des Höchsten, geh jenseits der höchsten Realität, geh jenseits der höchsten Realisation...) Frage: Wie kann da noch Bewegung nach der Selbstrealisation sein? Prajnaparamita: Ja, nun Bewegung ist da. In Selbstrealisation verändert sich nichts, du weißt nur ohne den geringsten Zweifel, dass jede Idee von 'ich' sich in formloses, undefinierbares Bewusstsein aufgelöst hat. Bewegung geht einfach weiter. Sieh das Unveränderliche in dem Veränderlichem und das Veränderliche in dem Unveränderlichem. Aus meiner Perspektive gibt es keine Persönlichkeit. Ich kann niemanden irgendwo finden, der ich bin oder der du bist. Es gibt Gedanken, Gefühle, da sind Vorlieben, da ist Schlaf, da ist Hunger, da ist eine flüchtige Ungeduld... das Leben sich selbst ausdrückend. Frage: Siehst du eine Persönlichkeit in anderen Menschen? Prajnaparamita: Keine Persönlichkeit hier, keine Persönlichkeit da. Kein hier, kein da. Einmal hat mich jemand gefragt: Was bist du eigentlich? Bist du ein Guru oder ein Satguru? Ich weiß, dass ich alles und nichts zur selben Zeit bin. Wie kann ich mich auf das Jemandsein beschränken, oder Jemand nicht sein? Wie kann ich mich auf das eine oder das andere beschränken? Ich kann nicht sagen: Ich bin ein Guru, oder ein Satguru, ich bin dies oder das... unmöglich. Vielleicht können einige das sagen, aber es bedeutet mir nichts. Und du bist genau dasselbe: Unbegrenztheit, formlose Essenz. In Realität gibt es kein Ich und kein Du, da ist nur Gott und Gott kann in allen Augen gesehen werden. 
* Samsara: wörtlich reisen: der Kreislauf von Geburt und Tod ** Ananda Mayi Ma: eine einzigartige, blendende Inkarnation der Göttlichkeit, Indien 1896 - 1982
[Interview mit Johan van der Kooij] Bron: Amigo, periodiek op het gebied van Advaita en non dualisme www.ods.nl/amigo |